Kann mein Kind durch Fernsehen eine Sprache lernen?
Worum geht’s in dieser Folge? Meine heutige Gästin ist Dr. Amra Havkić. Sie kommt ursprünglich aus Bosnien, hat Germanistik und Deutsch als Fremd- und Zweitsprache studiert und kürzlich ihre Doktorarbeit publiziert. Der Anstoß dafür war persönlich: Ihr jüngerer Bruder hat als kleines Kind in Bosnien Deutsch gelernt, einfach indem er deutschsprachiges Fernsehen geschaut hat, obwohl in der Familie kaum noch Deutsch gesprochen wurde.
Amra hat für ihre Studie 21 Fernsehkinder in Bosnien untersucht und ihre Sprachkompetenzen mit Kindern verglichen, die Deutsch nur im Unterricht gelernt haben. Das Ergebnis: Die Fernsehkinder haben in allen Tests deutlich besser abgeschnitten. Wir sprechen über die drei wichtigsten Faktoren, über Amras eigene Tochter, die so Englisch gelernt hat, über die Grenzen des Fernseh-Inputs und über die Beziehungsebene, die weiterhin zentral ist und die kein Bildschirm ersetzen kann.
Was du aus dieser Folge mitnimmst:
- Was es mit Spracherwerb durch Fernsehen auf sich hat
- Warum Amras Fernsehkinder besser abschnitten als reine Schul-Lerner
- Wo die Grenzen des Fernseh-Inputs liegen
- Warum Bildschirmzeit nicht pauschal schlecht ist
- Warum echte Beziehung und Interaktion durch nichts zu ersetzen sind
- Wie du Medien gezielt als zusätzlichen Input in einer weiteren Sprache nutzen kannst
Amras Dissertation "Fernsehkinder. Eine mehrmethodische Studie zur ungesteuerten L2-Aneignung durch audiovisuelle Medien" ist seit Mai 2026 open access und kostenlos zum Download verfügbar.
QUICKLINKS
Dr. Bettina Gruber Email an bettina@dielinguistin.at
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KONSEQUENT MEHRSPRACHIG – der Workshop
Musik: Ben Leven YouTube
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