Multilingual Stories

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die Linguistin im Gespräch

Transkript

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00:00:00: loaded question.

00:00:01: Eigentlich machst du mit deiner Studie ja jetzt meine Arbeit zum Beispiel komplett obsolet, weil man sagen könnte die brauchen ihre Kinder dann ja eigentlich nur vor den Fernseher setzen und dann reicht das eigentlich schon.

00:00:11: Ja, aber Sprache ist ja viel mehr als nur Input.

00:00:14: Also zur Sprache gehört dann auch Kommunikation und Sozialisierung.

00:00:18: Und es ist trotzdem ja auch nur einseitige Input aus dem Fernsehen.

00:00:22: Es entsteht keine versöhnliche Verbindung.

00:00:24: Wir brauchen trotzdem soziale Kontakte und Verbindungen zu Menschen.

00:00:27: Hallo

00:00:28: und herzlich willkommen bei Maltilling World Stories!

00:00:30: Heute habe ich einen Gast mitgebracht – wir kennen uns, ich glaube schon wirklich viele Jahre über Instagram Und freue mich sehr, dass du heute hier bist.

00:00:39: Jetzt nämlich Frau Dr.

00:00:41: Amra Harkic Ich freu mich sehr das Du uns heute Deiner Studienergebnisse von Deiner Dissertation hier mit uns teilst Bevor wir da aber direkt einsteigen.

00:00:50: es wird heute um digitale Medien und Mehrsprachigkeit gehen.

00:00:54: stelle dich doch einmal kurz vor wer bist Du?

00:00:56: Was ist dein Hintergrund?

00:00:57: wie lebst Du?

00:00:59: wo bist Du zu Hause?

00:01:01: Ja vielen Dank für die Einladung.

00:01:02: ich freue mich auch wirklich hier zu sein.

00:01:05: Ja, ich bin Amra und ich komme ursprünglich aus Bosnien.

00:01:08: Bin da auch geboren, war vier Jahre alt als ich nach Deutschland gekommen bin während des Krieges in Bosnian und habe ja auch meine Grundschulzeit verbracht in der Nähe von Bremen aber musste wieder mit zehn Jahren zurück.

00:01:22: also wir wurden wieder abgeschoben.

00:01:28: Mit meiner Familie die damals Also mit meinen Eltern und meiner Schwester, die in Deutschland noch geboren wurde, bestand.

00:01:35: Zurück und ein Jahr später das war... ...und dann auch mein Bruder zur Welt der Grund, der mich unter anderem zu meinem Diss-Thema geführt hat.

00:01:50: aber dazu komme ich noch Genau, dann habe ich ein paar Jahre in Bosnien gelebt.

00:01:54: Habe dort aber auch erst nach dem Fachabbi Germanistik studiert, also so ein klassisches Auslands-Germanistikstudium gemacht, deutsche Sprache und Literatur.

00:02:04: Und das einen mir eigentlich dafür ausbildet eine Duff-Lehrkraft zu sein im

00:02:10: Ausland.

00:02:10: Also Deutsch als Fremdsprache?

00:02:12: Genau, Deutsch als Främsprache.

00:02:14: Bin dann aber... hat mich dann relativ schnell entschieden, dass ich mich gerne doch weiter bilden möchte und ein Masterstudium anfangen möchte.

00:02:23: Und hatte das Glück, dass es in diesem Jahr als ich fertig wurde oder ein Jahr später einen Stipendium gab für Studierende aus Ländern ex Jugoslawiens, aber spezifisch für Bielefeld oder Paderborn.

00:02:38: Ich hatte mich dann da für ein Studium, für ein Masterstudium in Deutsch als Fremd und Zweitsprache und Germanistik.

00:02:45: Das war so einen Kombi-Studiengang.

00:02:47: Bewerben mit diesem Stipendium zusammen – das war für mich ein Lottogewin.

00:02:51: Sonst hätte ich mir das Studium auch nicht leisten können!

00:02:53: Und bin dann... Da war ich... Dreiundzwanzig Jahre alt nach Deutschland gekommen alleine mit zwei Kaufmannen und habe dann hier meinen Masterstudium begonnen.

00:03:06: Und als ich mich im Master mit Spracherwerbstheorien und Hypothesen auseinandergesetzt habe, die neueren Theorien- und Modelle vertreten eher die Meinung dass Interaktion, Kommunikation eine notwendige Bedingung sind um damit Spracherwerbe überhaupt entstehen kann habe ich mich dann gefragt, aber Moment mal mein Bruder der in Bosnien geboren wurde und mit uns zusammen aber in Bosniern regelmäßig deutschsprachiges Fernsehen geschaut hat.

00:03:42: Der hat dann einfach nur durchs Fernsehen Deutsch gelernt und konnte es dann auch irgendwann sprechen ohne dass wir alle miteinander je wieder regelmäßig auf Deutsch gesprochen haben.

00:03:53: Wir waren dann zurück in Bosnia, haben zwar weiterhin deutsches Fernsehen geguckt, also nur meine Schwester und ich.

00:03:59: Und er dann auch später aber wir haben mit den Eltern und wie auch untereinander kaum noch Deutsch gesprochen.

00:04:04: Ich hatte dann zwar Deutsch als Fremdsprache in der Schule Aber so richtig im Alter kam es nicht mehr verbindet Mit er konnte.

00:04:11: dann irgendwann Als er dann so fünf sechs Jahre alt war haben wir bemerkt dass er Deutsch sprechen kann.

00:04:17: Auch als wir Besuch hatten von Freunden aus Deutschland die ja dann auch nur deutsch gesprochen haben Dachte ich so hey aber das funktioniert Ja doch ohne interaktion habe ich erst meine Masterarbeit zu diesem Thema geschrieben und ja später dann auch meine Doktorarbeit zu dem Thema begonnen.

00:04:34: Und bin jetzt fertig geworden,

00:04:36: vor kurzem.

00:04:37: Ja sehr cool!

00:04:39: Bevor wir jetzt ins Thema einsteigen möchte ich noch was anderes ansprechen.

00:04:43: Ich glaube dass du dazu auf Instagram schon den einen oder anderen Beitrag gemacht hast.

00:04:47: denn also die Tatsache das Du ein Doktorat geschafft hast und abgeschlossen hast In der Wahrscheinlichkeitsskala, der Welt ist ja schon sehr beachtenswert und sehr aussegewöhnlich.

00:05:00: Also dazu auch nochmal ganz herzliche Gratulation!

00:05:04: Sehr cool,

00:05:05: dass du dort

00:05:06: diesen Antrieb hattest, dich nach Deutschland zu bewerben und das dann einfach durchgezogen hast und da jetzt fertig geworden bist.

00:05:14: Wann bist du fertig geworden?

00:05:15: Es ist ja eh auch schon wieder eine Zeit lang her.

00:05:17: Das ist seit Mai... ...Zw.A.

00:05:22: online, open access kostenlos zum download verfolgen.

00:05:28: Sagst du uns kurz den Namen?

00:05:30: Der Titel der dis lautet also die publizierte Version ist doch ein bisschen anders.

00:05:34: der Titel als die eingereichte Version lautet Fernsehkinder eine mehr methodische Studie zur ungesteuerten L-Zwei Aneignung durch audiovisuelle Medien.

00:05:48: Zwei Aneignungen steht ja dann für Zweitspracherwerb beziehungsweise zweispracheneignung.

00:05:54: Und das sind wir jetzt eigentlich schon mitten im Thema, in unserem bisschen mit.

00:05:59: Erzähl uns einfach einmal zu Beginn was waren so deine wichtigsten Erkenntnisse in deiner Distil enthalten?

00:06:07: Die wichtigsten Ergebnisse die aus der ganzen Analyse herausgekommen sind?

00:06:12: also ich habe... Der Titel sagt es ja schon eine mehr methodische Studie durchgeführt.

00:06:16: Ich hab einerseits Sprachdaten von insgesamt einundzwanzig Fernsehkindern aus Bosnien erhoben.

00:06:24: Ich habe damals die Erhebung an vier verschiedenen Schulen durchgeführt in zwei verschiedenen Städten, hab dann Fragebogen in ich glaube insgesamt dreizehn Klassen verteilt und hab versucht daraus dann Fernsehrkinder zu sampellen also Fernseherkinderpersonen eine andere Sprache als die, die in ihrer Umgebung gesprochen wird.

00:06:48: Nur durch Fernsehen gelernt haben und zwar im Vorschuleiter und ohne zusätzliche Interaktion mit anderen Personen.

00:06:56: Und hab dann aber auch Faktoren aussortiert wie also sie sollten nicht in einem deutschsprachigen Land gelebt haben usw.

00:07:04: Hab dann am Ende ein zwanzig Fernsehkinder gesampelt nennt sich das dann Spracht jetzt durchgeführt, einmal auch mündliche und schriftliche Daten erhoben.

00:07:14: Und aber auch Interviews geführt sowohl mit den Kindern und Jugendlichen als auch mit ihren Eltern um herauszufinden was wie dieser Spracherwerb verlaufen ist ob die Eltern wirklich nicht mit den Kinder gesprochen haben als sie noch im Vorschulalter waren welche Sendungen sie sich angeschaut haben, wie lange sie Fan gesehen haben usw.. Und die wichtigsten Ergebnisse lassen sich ja dann auch auf quasi diese zwei Ebenen auftalen.

00:07:41: Einmal, die sprachlichen Kompetenzen... Lücke

00:07:43: darf ich da kurz rein gretschen?

00:07:45: Du hast gesagt es ging ja grundsätzlich darum dass du Kinder gesucht hast hier eine Sprache die in der Umgebung nicht gesprochen wird.

00:07:51: das impliziert dir nicht automatisch dass das alles bei allen Deutsch war.

00:07:56: Hattest du da verschiedene Sprachen?

00:07:57: also Englisch ist wahrscheinlich die andere gewesen

00:08:00: Genau aber ich habe mich nur auf Deutsch fokussiert.

00:08:04: Die Kinder hatten nämlich auch schon Englisch viel früher angefangen in der Schule zu lernen.

00:08:09: Sie hatten auch Deutsch, also die Untersuchungsteilenehmenden, die ich jetzt befragt habe, hatten auch deutsch als zweite Fremdsprache dann in der Schul.

00:08:15: Ich hab erst versucht Vor-Schulkinder zu finden aber es hat nicht geklappt.

00:08:21: Der Zugang zu diesem Feld war sehr schwierig.

00:08:24: Dann musste ich auf die Schule ausweichen und habe dann aber noch zusätzlich Kinder befragt, die in den gleichen Klassen waren wie diese Fernsehkinder Aber Deutschland nur durch Unterricht gelernt haben.

00:08:36: Also quasi ihr habt dann versucht einen statistischen Zwilling zu finden, so haben wir es dann genannt, also Personen die im gleichen Alter waren in der gleichen Klasse und auch zum Beispiel von Notendurchschnitt her gleich oder ähnlich war, auch vom Geschlecht her

00:08:52: usw.,

00:08:53: dass sie sich halt in vielen Faktoren matchen deren Performance quasi gemessen in den Tests und geschaut, wie gut sprechen und schreiben die Fernsehkinder.

00:09:04: Und wie ist es bei den DAF-Lernenden?

00:09:07: Also bei den Schülerinnen, die Deutschland nur im schulischen Kontext gelernt haben... ...und habe das dann verglichen!

00:09:13: Das Ergebnis war so dass die Fernsehen Kinder in allen Messungen signifikante höhere Ergebnisse erzielt haben.

00:09:22: Also sowohl im Mündlichen als auch im Schriftlichen, zum Beispiel bei den Interviews haben die Fernsehkinder mit mir fließend Deutsch gesprochen und hatten gar keine Schwierigkeiten und im Vergleich dazu war das bei den Kindern, die dann Deutsch nur in der Schule hatten also sehr holprig.

00:09:38: Es gab Interviews bei denen kaum Sätze gesprochen wurden oder auch nur ein paar Chancen, also gelernte feste mit den Fernsehkindern konnte ich gewöhnen, das hat man auch schon in der Dauer der Aufnahmen sieht man schon Unterschiede und auch in den insgesamt produzierten Äußerungen.

00:09:57: Andererseits habe ich dann noch mal die Fernsehekinder und deren Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten befragt, wie man die Kinder angefangen haben fernzusehen.

00:10:08: Wie es überhaupt dazu gekommen ist?

00:10:10: Wie lange sie geschaut haben?

00:10:12: Wann die Eltern bemerkt haben dass die Kinder die Sprache verstehen und auch selber produzieren?

00:10:17: Und daraus konnte ich dann ein spracherwerbsmodell, theoretisches Spracherwerbs-Modell ableiten indem ich versucht habe all diese ganzen Faktoren darzustellen und aufzubeschreiben wie es dann zum sogenannten Fernsehbasierten Zweitspracherwerb, also ich nenne das FL-II Erwerbsmodell.

00:10:39: Wie ist denn dazu kommt?

00:10:40: Kannst du uns da die drei wichtigsten Faktoren kurznennen?

00:10:43: Die drei wichtigste Faktor zu Beginn sind der Fernsehinput an sich.

00:10:49: Also im Rahmen dieses Fernseinputs ist die Auswahl entscheidend und trifft das Kind selbst und zwar das, was es für sich selbst am interessantesten findet.

00:11:03: Was seine Aufmerksamkeit zieht und einfach unterhaltsam ist.

00:11:08: also alle Kinder, alle Befragten haben fern gesehen nicht um Deutsch zu lernen Es waren keine didaktisierten Fernsehsendungen.

00:11:18: Sie haben sich dann so was angeschaut wie, da lachen immer alle aber alle haben damals angefangen mit SpongeBob Schwammkopf oder anderen Zeichentrickfilmen.

00:11:29: also es waren hauptsächlich Zeichendrickfilme die halt eben unterhaltsam waren.

00:11:33: und weiterer wichtiger Faktor ist die Regelmäßigkeit also Wiederholung, also einmal Qualität und die Auswahl des Inputs aber auch Quantität.

00:11:41: Ich habe dann auch in den mit Fragebögen erhoben, in welcher Altersspanne wie oft sie ferngesehen haben und zum Beispiel von null bis drei, dann von vier bis sechs Jahren, von sieben bis neun Jahren und bis zum achzehnten Lebensjahr bei dann den älteren Untersuchungsteilnehmern.

00:11:58: Das gab Phasen wo Sie dann angegeben haben dass sie nur eine Stunde oder eine halbe Stunde am Tag fern gesehen haben, aber es gab auch Phasens wo sie dann drei Stunden täglich fern gesehen haben.

00:12:08: Das Ergebnis im Median, also der Durchschnitt ungefähr.

00:12:11: Im Median lag bei drei Stunden was natürlich sehr viel ist.

00:12:16: aber wie gesagt das hat variiert.

00:12:18: am Anfang mit zwei haben sich nicht so viele Fernsehen gesehen.

00:12:20: Aber das Wichtige ist halt die Regelmäßigkeit einfach täglich eine halbe Stunde, zwanzig Minuten.

00:12:25: damit kann man starten bei jüngeren Kindern und dann man kann sich auch an die allgemeinen Empfehlungen zum Beispiel auch von Ich glaube, die WHO empfiehlt immer so.

00:12:34: Je nach Alterspanne eine bestimmte Zeit sich mit Medien zu beschäftigen und daran kann man sich ja auch halten.

00:12:40: aber es sollte schon regelmäßig sein.

00:12:42: ich habe das dann auch bei meiner eigenen Tochter umgesetzt.

00:12:46: als sie so ein alter von knapp zwei Jahren war durfte sie dann also hat dann zum Beispiel angefangen mit pepperwoods mit paw patrol mit mickey mouse clubhouse aber alles nur auf englisch.

00:12:57: also er hat erst mal auch nicht gewusst dass das fernsehen auf Deutsch gibt und dann nur auf Englisch.

00:13:03: später hat sich das dann ein bisschen gesteigert, jetzt darf sie bis zu einer Stunde am Tag fernsehen.

00:13:07: Natürlich braucht sie immer ein bisschen Zeit um reinzukommen.

00:13:09: wir haben nie mit ihr aber auf Englisch gesprochen.

00:13:12: ich habe es selber nicht verwendet.

00:13:13: nach einer gewissen zeit hat sie dann einfach angefangen auf englisch zu sprechen genau wie die Kinder aus den interviews.

00:13:20: die haben dann auch also die Eltern berichten dass sie zum beispiel beobachtet haben dass in spielsituationen mit ihren spielsachen bei denen anderen Kindern war es jetzt deutsch und im fall meiner tochter war es englische ja dann mit ihren kuscheltieren von poppets hat sie dann auf Englisch gesprochen und ich war echt bar, obwohl ich ja eigentlich wusste dass das ja gut funktioniert.

00:13:40: Ist man ja trotzdem selber noch mal fasziniert.

00:13:43: Ja

00:13:43: es ist was anderes wenn's die eigenen Kinder sind geht mir ganz

00:13:49: genau.

00:13:52: Ich bin so froh weil damit hat sie einen super Grundstein, natürlich kann sie nicht alle Wörter.

00:13:59: Es ist ein Alltags-Wollschatz, den sie da erworben hat aber... Wenn sie nun spricht, dann antwortet sie und es ist grammatikalisch korrekt.

00:14:10: Es gibt ab und zu mal, merkt man schon Transfererscheinungen in, also dass sie was auch vollkommen normal ist.

00:14:17: Sie hat dann mal einen Satz formuliert wie oh there is a Fogel anstatt Bird.

00:14:21: aber dann hat sie sich selbst im zweiten Satz korrigiert und gesagt Bird anstelle Vogel.

00:14:26: Und das ist so interessant das zu beobachten.

00:14:30: Aber ja genau dadurch hat sie halt eine super Grundlage.

00:14:33: jetzt

00:14:33: Da hab ich natürlich ganz viele Folge fragen.

00:14:36: Also zwei, die ich unbedingt stellen muss.

00:14:39: Frage Nummer eins ist was hat dich dazu bewogen dein Kind vor englische Serien zu setzen anstatt zu sagen mein Kind schaut nur bosnisch?

00:14:47: Ich bin davon ausgehangen sie hat genug Input im Bosnischen obwohl sie.

00:14:52: also witzigerweise hat sie am Anfang im Alter von drei und vier Jahren mehr Englisch mit ihren Spielsachen gesprochen als jetzt bosnish Was sich aber dadurch erklären lässt, weil es einfach zum Kontext gepasst hat.

00:15:06: Sie hat sich diese Inhalte ja auch auf Englisch im Fernsehen angeschaut Wenn wir mit ihr gesprochen haben Auch auf Bosnisch hat sie hauptsächlich auf Deutsch aber geantwortet Weil das die Umgebungssprache ist

00:15:17: Weil man ist auch Bosnier

00:15:19: Genau er is' auch Bosnia.

00:15:20: Wir sprechen aber beide Sprachen Fließen, mischen hin und her ist dann halt einfach so bei uns.

00:15:26: Also in einem Satz findet man dann Wörter aus dem Bosnischen aber auch Deutschen.

00:15:30: Und je nach Kontext also wenn wir uns über Arbeit unterhalten dann unterhalten auf Deutsch, wenn wir über Alltagsdachen sprechen dann auf Bosnisch.

00:15:37: Wenn wir mit den Großeltern telefonieren die alle in Bosnia noch leben dann halt auf Bosnis und haben versucht Kontext zu schaffen in der sie dann auch mehr bosnisch vielleicht dazu motiviert wird zu sprechen haben sie jetzt auch nicht gezwungen dazu.

00:15:52: Ich wusste, das wird irgendwann kommen spätestens wenn die Großeltern dann zu Besuch sind und das war dann auch so als die Großälter oder immer wenn die Großeltern mal zu Besuchs sind dass es ein bis zweimal im Jahr für zwei drei vier Wochen je nachdem sprecht sie dann mit den auf Bosnisch weil ich weiß mit denen kann sich nicht auf Deutsch sprechen und dann muss sie und da dauert es auch mal ein paar Tage bis ihr reinkommt.

00:16:15: aber nach ein paar Tagen wirds dann auch fließender.

00:16:17: Und noch ein Grund, warum Englisch ist.

00:16:22: Also war der das einfach Englische als ... also lingua franca.

00:16:26: da kommst du überall halt mit hin und sie wird es in der Schule lernen als erste Fremdsprache.

00:16:33: später wird sie es vielleicht auf der Arbeit brauchen, ich merke sie auch selbst.

00:16:36: Also ich hab da Germanistik studiert und arbeite im universellen Kontext und bilde eigentlich andere im Kontext Deutsch als Fremd- und Zweitsprache aus aber brauche selbst ja auch Englisch weil ich viele Publikationen auf Englische lesen muss und verstehen muss.

00:16:50: und das war auch ein Wicht also eine der wichtigsten Gründe warum ich mich entschieden habe dass die dann nur auf englisch schaut und nicht auf bosnisch.

00:17:00: Und die nächste Frage ist jetzt natürlich Loaded Question.

00:17:04: Weil, jetzt kommt die Frage eigentlich, machst du mit deiner Studie ja jetzt meine Arbeit zum Beispiel komplett obsolet?

00:17:10: Weil man sagen könnte naja dann brauchen ja eigentlich nur alle Eltern, die eine andere Herkunftssprache haben und sich da schwer tun damit was ja bei vielen der Fall ist.

00:17:21: Die brauchen ihre Kinder dann ja eigentlich vor den Fernseher setzen und schauen halt an die Sachen keine Ahnung auf Spanisch, auf Türkisch oder Arabisch Und dann reicht das eigentlich schon.

00:17:32: Obokant gefragt natürlich.

00:17:35: Meine Antwort da drauf, wäre ja eine mögliche Schlussfolgerung.

00:17:39: Ja aber Sprache ist viel mehr als nur Input.

00:17:42: also zur Sprache gehört ja auch Kommunikation und Sozialisierung und es ist trotzdem ja auch nur einseitige Input aus dem Fernsehen nach dem was sie sich anschauen Und es entsteht ja keine persönliche Verbindung, wir brauchen trotzdem soziale Kontakte und Verbindungen zu Menschen.

00:18:00: Also ein Ergebnis wo... Also die Grenzen von nur Fernseh-Input liegen, also es gibt schon auch Grenzen darin.

00:18:07: Und zwar habe ich bei der Analyse der Verbflexion herausgefunden dass zum Beispiel die Flexions starker Verben, so was wie Schreiben, Schrieb geschrieben den Fernseherkinder dann auch schwer fällt beziehungsweise da immer noch Abweichungen gibt und Fehler produziert werden.

00:18:29: und meine These ist dass es doch daran liegt, dass sie entweder zu wenig spezifischen Imput hatten.

00:18:36: Denn diese starke Werben werden ja oft auch im Deutschen eben in der Schriftsprache verwendet und in Geschichten beim Vorlesen usw.

00:18:45: Und im schul- sprachlichen oder bildungssprachlichen Kontext eher was im alltagssprächlichen Kontex eher weniger der Fall ist.

00:18:52: da nutzen wir schwache Werben und auch die Perfektform.

00:18:56: also dann sage ich eher Ich habe einen Brief geschrieben, als ich schrieb einen Brief.

00:19:03: Genau!

00:19:04: Und weil dieser spezifische Input fehlte gibt es da noch an einigen Stellen Abweichungen.

00:19:11: also sie produzieren zum Beispiel Äußerung mit wahr und hatte problemlos, weil das ja auch im Alltag in der Alltagsprache... Also diese Präteritumform oft verwendet wird aber eben nicht von vielen anderen starken werden.

00:19:28: Da würde ich sagen, da fehlte entweder spezifischer Input den der Fernsehen nicht so bieten kann und da braucht es Eltern die obdach lesen.

00:19:37: Also wir brauchen verschiedene Input damit auch möglichst verschiedene Formen erworben und verarbeitet werden können und das kann also da dann liegen die Grenzen des Fernsehens.

00:19:48: wenn man jetzt möchte dass das Kind komplett fehlerfrei, grammatikalisch korrekt spricht und eine möglichst breiten Wortschatz hat.

00:19:56: Dann brauchen wir auch andere Kontexte, Kommunikation und eben auch weiteres Lernen durch

00:20:03: Schulschulen.

00:20:04: Da muss ich jetzt kurz ein bisschen relativieren an dieser Stelle, weil diese komplett stelafreie ausgeglichene Zweisprache.

00:20:12: Das wissen wir ja beide das ist sehr selten.

00:20:16: und wenn dann unter spezifischen Konditionen,

00:20:18: d.h.,

00:20:18: dass es sowieso einen Anspruch den wir nicht stellen noch in der Begleitung von Familien drum, das muss ich hier relativieren.

00:20:27: Es gibt dann eine Ebene, die bei dir jetzt durchgeklungen ist.

00:20:30: Die mir sehr vertraut ist aus meiner Arbeit mit vielen Familien in der ganzen Welt und das ist die Beziehungsebene.

00:20:37: wo es also erstens diesen persönlichen Bezug den du auch angesprochen hast und etwas dass wir sehr häufig unterkommen in meiner Arbeit ist auch der Wunsch der Eltern sich den Kindern schon mitteilen zu können wie sie sich am authentischsten austrücken.

00:20:56: Und dazu reicht es dann nicht, wenn das Kind jetzt eine Sprachvariante über das Fernsehen zum Beispiel gelernt hat.

00:21:06: Sondern da braucht's einfach diese Beziehungsebene die ja gerade in meiner Methode fundamental ist.

00:21:13: Das ist das worauf wir alles aufbauen eigentlich Beziehungen und Bedürfnisse.

00:21:18: Und das ist ein essenzieller Teil den wir niemals durch irgendein etwas anderes ersetzen lassen können.

00:21:25: Nicht durch Lehrer nicht durch Kurse, nicht durch Duolingo und nicht durch Fernsehen.

00:21:32: Obwohl ich all diese Ressourcen wahnsinnig schätze gleichzeitig weil sie uns diese Möglichkeit geben und das ist ja auch das was deiner Arbeit so schön zeigt dass wir Abwechslung reinbringen in den Input wo es schwierig ist ab wechseln reinzubringen weil die Umgebungsdominante

00:21:50: Ja, genau.

00:21:51: Also ich hatte da auch letztens ein sehr interessantes Gespräch mit meiner Tochter darüber.

00:21:56: als wir sie dann gefragt haben... Ich glaube mein Mann hat sich gefolgt was ist denn deine Muttersprache?

00:22:01: Dann sagte sie bosnisch und ich kam dann so und meinte zu ihr so naja aber du hast zwei Erstsprachen!

00:22:08: Du bist Bilingual, du sprichst Bosnisch & Deutsch Sie hat aber dieses Bosnisch... Dann meinte sie, ihr kommt doch aus Bosnien.

00:22:17: Und das ist auch meine Muttersprache.

00:22:19: dann und ich habe versucht es aus wissenschaftlicher Perspektive näherzubringen zu erklären.

00:22:26: Du kannst mehrere Sprachen als Erstsprachen sprechen und dann ist dieser Begriff Mutterspare irreführend.

00:22:33: Aber

00:22:34: für sie war das auf einer emotionalen Ebene

00:22:37: ihre

00:22:38: Muttersprache, obwohl rein wissenschaftlich gesehen von der Reihenfolge her.

00:22:42: Von dem Kompetenzniveau und so weiter müsste sie ja eigentlich Deutsch als Erstsprache oder das Muttersprache betiteln und dann das Bosnische dazu... Und Englisch hat sich gar nicht in diesem Kontext erwähnt.

00:22:53: ob das zwar auf einer emotionalen Ebene eben nichts so nah an ihr wie jetzt das bosnische und deutsche.

00:23:00: und genau das bosnesche ist für Sie mittlerweile auch im Empfinden eine Muttersprache, obwohl ihre Kompetenzen eigentlich in der anderen Sprache viel weiter sind.

00:23:11: Aber das hat uns natürlich auch gefreut, weil wir dann gedacht haben es ist ein Teil ihrer Identität und sie fühlt sich zugehörig und das ist auch so wichtig.

00:23:23: Es gibt ja auch Berichte davon von Erwachsenen deren Eltern jetzt die Erstsprache nicht weitergegeben haben Und die dann im erwachsenen Alter davon berichten dass Sie sich in Ihrer Identität als Ja, also ob ihn irgendwas fehlen würde.

00:23:37: Und das ist Schade finden

00:23:39: immer.

00:23:40: Was mich da total überrascht hat in meiner Arbeit mit dem habe ich echt nicht gerechnet.

00:23:44: Also ich kann Erwachsene etliche, die eine Muttersprache oder Erstsprache nicht mitbekommen haben und die alle sagen es fehlt mir womit ich nicht gerechnet hatte, und ich habe das von so vielen jetzt gehört.

00:23:57: Das Alter in dem Menschen sich das erste Mal beschweren bei den Eltern wenn sie es nicht gemacht haben ist viel früher.

00:24:05: Kinder fangen an zwischen elf und dreizehn Prä-Puppeteer Beginn der Puppetät wo sie dann auch schon verstehen wie einfaches gewesen wäre.

00:24:15: Wo die Identitätsfrage eine riesengroße plötzlich wer bin ich?

00:24:19: Wo komme ich her?

00:24:20: was will ich hier eigentlich In dem Alter beginnen die zu sagen, warum hast du uns das nicht mitgegeben?

00:24:26: Das hat mich überrascht.

00:24:27: Ich habe mir gedacht, dass kommt irgendwann dann so Mitte der Zwanzig, dass man irgendwann dann mal sagt ne?

00:24:32: Ja ich glaube in diesem Alter passiert auch einfach ganz viel...

00:24:35: Einer Frage muss ich dir jetzt als Experte noch stellen.

00:24:37: Wir kennen es beide aus den Medien.

00:24:39: Es wird ganz oft ganz viele Angstmacherei betrieben Die bösen digitalen Medien unsere Kinder verblöden und Es wird viel Angstmacherei betreten, im Hinblick darauf welchen negativen Einfluss es auf die Entwicklung unserer Kinder hat.

00:24:56: Was ist deine Perspektive auf diesen Standpunkt?

00:24:59: Ich glaube ich habe in meiner Diss an einer Stelle Stephen Hawking zitiert, der einmal in einem Buch sagte wenn du weißt wie etwas funktioniert dann kannst du es auch für dich verwenden und nutzen und es zum Positiven drehen versuchen wollte, mit dieser Arbeit zu leisten.

00:25:19: Es wären andere Faktoren außer Acht gelassen.

00:25:22: zum Beispiel gibt es Studien die zeigen ja es gibt Sprachentwicklungsverzögerungen wenn Kinder zu oft Fernsehen.

00:25:29: im Alter von null bis drei also bis zum zweiten oder dritten Lebensjahr und darunter unter zwei würde ich's auch nicht empfehlen.

00:25:35: das muss nicht sein so ab zweieinhalb drei kann man damit anfangen dann ist es trotzdem noch geminnbringt.

00:25:43: Aber oft wird außer Acht gelassen, dass noch andere Faktoren eine wichtige Rolle spielen.

00:25:46: Z.B.,

00:25:47: die eben die Interaktion mit den Eltern, die dann oft fehlte, also das die Eltern mit den Kindern auch weniger kommuniziert haben und interagiert haben oder ein vernachlässigender Erziehungsstil wird auch oft erwähnt.

00:25:59: Und da sind auch Faktoren, die sich dann auf Spracherwerb auswirken und zu solchen Verzögerungen führen.

00:26:05: Deswegen wenn ich weiß, da gibt es zusätzlich eine Möglichkeit dem Kind noch zusätzlichen Input anzubieten in einer anderen Sprache, die nicht die Umgebungssprache ist.

00:26:17: Weil es ja dann auch eben... Dadurch dass das nicht die umgebungssprache ist weniger Input insgesamt bekommt und letztendlich läuft ja alles auf Input hinaus.

00:26:27: Echt alles aber vier so und das meiste!

00:26:29: Das ist einfach ein grundlegender Faktor.

00:26:32: ihm gezielt nutzen.

00:26:34: Und dann egal, ob es jetzt Englisch über uns der Fall war eine dritte Sprache oder halt eben noch mal zusätzlich für die Herkunftssprache der Eltern.

00:26:45: Genau!

00:26:46: Für die Familiensprache.

00:26:48: An dieser Stelle möchte ich jetzt nochmal was herausgreifen, was du jetzt gesagt hast und da nochmal den Bogen ganz zum Anfang von der Podcastfolge sparen.

00:26:56: Das finde ich jetzt noch super wichtig zum Abschluss.

00:26:58: Weil am Anfang so ganz kurz durch die Eindruck erweckt wurde, was du gesagt hast.

00:27:04: Du wusstest Interaktion ist super wichtig aber du hast bei deinem Bruder etwas anderes beobachtet und darum wolltest du dir das genauer anschauen.

00:27:12: Der Eindruck der jetzt hier nicht entstehen darf, du hast es mittlerweile schon gesagt, dass Interaktionen irrelevant sind Ganz im Gegenteil gerade Bei Babys wissen wir ja, die beobachten uns.

00:27:23: Da ist ja Interaktion nicht nur wichtig um diese emotionale Beziehung aufzubauen sondern wir wissen, Babys beobachten unseren Mund zum Beispiel während wir sprechen und imitieren dann auch.

00:27:34: Und dass das auch ein Teil des Sprachherwerbs ist.

00:27:37: Das heißt ich ohne dass wir darüber gesprochen haben gehe ich davon aus, dass du hier ja mit keinem Wort sagen möchtest interaktion wäre irrelevant gerade beim Erdspracherwerb zwischen null und zwei Jahren, den formativen Jahren einfach auch in dem Freund.

00:27:52: Genau ich glaube das muss sich auf jeden Fall nochmal.

00:27:54: also es muss ich auch oft in anderen Kontexten klarstellen Ich beziehe mich nicht auf den Erstspracherwerb.

00:28:00: Amra Gibt es irgendein Thema dass wir noch nicht besprochen haben Das für dich unbedingt noch dazugehört Irgendeiner Frage die ich dir nicht gestellt habe Irgendetwas Dass deiner Meinung nach jetzt noch fehlt?

00:28:12: um das ganz rund zu machen

00:28:13: Ich glaube, wir haben so das Wichtigste besprochen.

00:28:16: Also wichtig vor allem war mir zu vermitteln dass Fernsehen per se nicht schlecht ist und Bildschirmzeit.

00:28:24: Dass eben wenn ich weiß wie ich es zum Positiven nutzen kann auch positive Effekte haben kann und dass man insgesamt wenn man solch Schlagzeilen liest einfach nochmal dahinter schauen sollte und das Kritisch hinterfragt.

00:28:38: Egal, welche Studienergebnisse einpräsentiert werden immer kritische Hinterfragen.

00:28:41: Vielen herzlichen Dank!

00:28:43: Wenn man von dir mehr hören sehen möchte dann findet man dich auf Instagram.

00:28:48: Dein Account werden wir natürlich in den Shownotes verlinken.

00:28:51: Vielen Herzlichendank für deine Zeit.

00:28:53: Vielen Herzlichen Dank für deine Studie und dass du deinen Wissen heute mit uns geteilt hast.

00:28:58: Und euch zuhören auch.

00:29:00: vielen herzlichen Dank, dass ihr dabei wart.

00:29:02: Bitte leite dieser Folge weiter, wenn du jemanden kennst für den das Spannend wäre.

00:29:05: Hinterlasst uns einen Like oder einen Kommentar und ich freue mich, wenn Du das nächste Mal wieder dabei bist.

00:29:10: Wenn es wieder heißt hallo und herzlich willkommen beim Altilling World Stars!

Über diesen Podcast

Der Nummer 1 Podcast für zweisprachige und mehrsprachige Familien, Eltern und alle, die Bilingualität und Mehrsprachigkeit im Alltag leben und fördern möchten. Tauche ein in inspirierende Geschichten von Menschen, die über Sprachgrenzen hinweg kommunizieren und multikulturelle Lebensweisen meistern.

Erfahre, wie du deine Familiensprachen mit Leichtigkeit und Freude an die nächste Generation weitergibst. Egal, ob du gerade mit bilingualer Erziehung beginnst oder schon viel Erfahrung mit Mehrsprachigkeit hast – hier findest du garantiert wertvolle Impulse für die Sprachförderung deiner Kinder.

Ich bin Dr. Bettina Gruber, promovierte Sprachwissenschaftlerin, ausgebildete Mediatorin, Mutter von 3 dreisprachigen Kindern und Expertin für Mehrsprachigkeit. In jeder Folge teile ich wertvolle Tipps, praktische Strategien und persönliche Einblicke, damit Kinder ihre Herkunftssprachen mit Spaß und Stolz lernen und leben.

Lass dich inspirieren und erfahre, wie du Mehrsprachigkeit, Zweisprachigkeit und kulturelle Vielfalt erfolgreich in deinem Familienalltag integrieren kannst. Besuche www.dielinguistin.at für mehr Infos und Ressourcen rund um das Thema Mehrsprachigkeit.

von und mit Dr. Bettina Gruber

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